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Der Vorstand einer Kleingartenkolonie

Die Kleingartenverein © bibokoe '16Die Kleingartenverein © bibokoe '16Jedem Mitglied eines Kleingartenvereins ist klar, dass es in einem Kleingartenverein einen Vorstand gibt, der sich um die Belange des Kleingartenvereins zu kümmern hat. Nicht genau bekannt sind aber die genauen Aufgaben und Befugnisse der Mitglieder des Vorstands. 

 

Vereinsbegriff

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) enthält keine Aussage darüber, was unter dem Begriff „Verein“ zu verstehen ist. Nach der geltenden Rechtssprechung ist ein Verein ein freiwilliger, auf Dauer angelegter, körperschaftlich organisierter Zusammenschluss von Personen, die einen gemeinsamen Zweck verfolgen, vom Wechsel der Mitglieder abhängig ist und unter dem Gesamtnamen auftritt (BGH LM § 31 Nr. 11). Eine körperliche Organisation liegt vor, wenn die sich zusammenschließenden Personen als Einheit auftreten wollen, durch einen Vorstand vertreten werden und ihren Willen grundsätzlich durch Beschlussfassung der Mitglieder nach Stimmenmehrheit äußern.

Ein Verein im Sinne des BGB ist auch der Verband. Rechtlich ist der Verband nur eine andere Bezeichnung für den Verein. In der Regel wird der Begriff Verband nur bei Vereinigungen mit einer größeren Mitgliederzahl, z. B. bei Gesamtvereinen verwendet.

Die Satzung

Die rechtliche Grundordnung des Vereins ist die Satzung. Sie enthält die das Vereinsleben bestimmenden Grundentscheidungen. Dazu gehören die Bestimmungen über den Namen, Zweck, Sitz, Erwerb, Verlust und Inhalt der Mitgliedschaft, über Aufgaben und Arbeitsweise der Vereinsorgane sowie die Regelungen über die Beiträge und Umlagen. Für die Auslegung der Vereinssatzung ist nur ihr Wortlaut nicht etwa ein vom Wortlaut abweichender Gründerwille maßgebend, weil nur die in der Satzung niedergelegten Erklärungen für später eintretende Mitglieder erkennbar sind.

Eintragung in das Vereinsregister

Die Eintragung eines Vereins erfolgt aufgrund der Anmeldung. In das Vereinsregister werden gemäß § 64 BGB der Name des Vereins mit dem Zusatz e. V., der Sitz des Vereins, der Tag der Satzungserrichtung, die Namen, Geburtsdaten und Wohnorte aller Vorstandsmitglieder und ihre Vertretungsmacht. Einzutragen ist nur der Vorstand im Sinne des § 26 BGB, d. h. diejenigen Mitglieder des Vorstandes, die zur Vertretung des Vereins befugt sind.

Der Vorstand im Sinne der Satzung erfasst dagegen auch vielfach Personen, die von der Vertretung ausgeschlossen sind. Solche Gestaltungen sind zulässig, sofern kein Zweifel entstehen kann, wer den Verein vertritt. Zur Abgrenzung wird in der Regel der engere Kreis als Vorstand im Sinne des § 26 BGB und der größere Kreis als Erweiterter oder Gesamtvorstand bezeichnet.

§ 26 BGB Vorstand; Vertretung

(1) Der Verein muss einen Vorstand haben. Der Vorstand kann aus mehreren Personen bestehen.

(2) Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich; er hat die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Der Umfang seiner Vertretungsmacht kann durch die Satzung mit Wirkung gegen Dritte beschränkt werden.

Mit der Eintragung in das Vereinsregister erwirbt der Verein die Rechtsfähigkeit als juristische Person gemäß § 21 BGB. Alle Rechte und Pflichten des Vereins gehen auf den eingetragenen Verein über. Die Eintragung wird vom Amtsgericht veröffentlicht (§ 66 Abs. 1 BGB) und in dem von der Justizverwaltung bestimmten elektronischen Kommunikationssystem bekannt gemacht.

Der Vorstand

Der Vorstand setzt sich zusammen aus:

den drei oder vier vertretungsberechtigten Mitglieder nach § 26 BGB:

- der 1. Vorsitzende

- der 2. (stellvertretende) Vorsitzende

- der Kassenwart (Schatzmeister)

- der Schriftführer

 

Darüber hinaus Mitglieder des erweiterten Vorstands:

Gartenfachberater/innen

Wasser-, Elektro-, Jugend-  und Platzwart

Gartenbegeher

Versicherungsobmann

Mitglieder der Schlichtungskommission

Mitglieder des Festausschuss

Beisitzer 

 

Weitere Funktionen im Verein (nicht zum Vorstand zugehörig)

Kassenprüfer / Revisoren

 

Wahlen zur Berufung des Vorstandes

Die vertretungsberechtigten Mitglieder und die gewählten Mitglieder des Vorstandes werden durch geheime Wahl oder Zuruf in der Mitgliederversammlung gewählt. Die Amtsdauer der Mitglieder des Vorstandes läuft bis zur Beendigung der nächsten Mitgliederversammlung, in der die betreffenden Wahlen auf der Tagesordnung stehen. Wiederwahl ist zulässig. Als Mitglied des Vorstandes hat man die Verantwortung für den Verein bis zur nächsten Wahl. 

Qualifikation

Man muss keinen höheren Schulabschluss haben, um im Kleingartenwesen ein Vorstandsamt anzunehmen, jedoch wird den Vorstandsmitgliedern Wissen abverlangt. Auf jeden Fall ist ein Vorstandsamt mit einem erheblichen Zeitaufwand und Idealismus verbunden. Vieles hat sich in der letzten Zeit geändert, auch im Kleingartenwesen. Es ist komplizierter geworden, und auf fast allen Gebieten müssen Rechtskenntnisse erlangt werden. Ein Vorstandsmitglied muss viel Verantwortung im Verein übernehmen. Das Vorstandsamt ist eine wichtige und sinnvolle Aufgabe zum Wohle der Kleingärtner.

Die Erwartungshaltung der Mitglieder gegenüber den Vorständen ist heute größer geworden, die Probleme aber auch. Oftmals kommen in einem Vorstandsamt die Freizeitaktivitäten etwas zu kurz.

Nicht nur der Verstand auch die Erfahrung lehrt: Vorstandsarbeit ist Teamarbeit. Nicht der große Vorsitzende ist von Belang, sondern es muss eine gut funktionierende Mannschaft geschaffen werden. Die Fähigkeit des Vorsitzenden zu delegieren ist gefragt, und die Arbeit muss auf viele Schultern verteilt werden.

 

Weiterführende Informationen zu den Aufgaben und gesetzlichen Hintergründen der Vorstandsarbeit in Kleingartenvereinen finden Sie online unter: 

BDG: Grüne Schriftenreihe Heft 150 / 2001 23. Jahrgang

Landesverband Schleswig-Holstein der Gartenfreunde e.V.: Seminar Ehrenamtliche Vorstandsarbeit

letzter Download: 01.01.2016

 

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