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MISCHKULTUR  - Möhre liebt Zwiebel?

Autoren:  Birgit-Ellen Bolle, Emanuel-Heinz Feige

 

Möhre liebe Karotte - © bibokoe '16Möhre liebe Karotte - © bibokoe '16Bei der Mischkultur handelt es sich im Gegensatz zur Monokoltur, bei der eine Kultur- bzw. Pflanzenart auf einem Beet angebaut wird, um den gleichzeitigen Anbau mehrerer Kulturen- bzw. Pflanzenarten auf ein und demselben Beet.

Durch langjährige Beobachtungen*, insbesondere im Gemüseanbau, hat man festgestellt, dass sich Pflanzen im Wachstum fördern oder aber behindern können. Man sät, pflanzt, erntet daher bei der Mischkultur Gemüsearten mit unterschiedlicher Reifezeit und unterschiedlichen Nährstoffbedürfnissen gleichzeitig, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und vermeidet den gleichzeitigen Anbau, wenn sie sich schaden.

 

 

 

 

Vorteile des gemischten Anbaus

  • Der Boden wird durch die verschiedenen Gemüsearten besser durchwurzelt (Flach- und Tiefwurzler) und beschattet, die Feuchtigkeit besser ausgenutzt und dadurch das Wachstum gefördert. 
  • Nährstoffreserven werden besser ausgenutzt (Stark- Mittel-, und Schwachzehrer) dadurch wird der Bodenmüdigkeit vorgebeugt. 
  • Schädlinge werden von den Kulturen fern gehalten.

  

Beispiel:

-> Zwiebeln vergrämen Läuse bei Salat.

Erfahrungen haben gezeigt, dass sich Salate in Mischkultur sehr gut mit Bohnen, Erbsen, Gurken, Lauch, Radieschen, Möhren, Tomaten und Zwiebel vertragen. Dabei werden durch die Anwesenheit des Salats in unmittelbarer Nachbarschaft die typischen Schädlinge der anderen Pflanzen abgelenkt oder aber die besonderen Bedürfnisse der Nachbarpflanze gestärkt*. 

 

Umsetzung im Kleingarten

Monokultur/Gleichkultur:

5 Beete mit jeweils einer Pflanzenart (Möhrenbeet, Kohlbeet, Gurkenbeet, Salatbeet, Zwiebelbeet) 

Mischkultur:

5 Beete mit jeweils verschiedenartiger Bepflanzung mit reihenweisem Wechsel oder aber auch Wechsel innerhalb einer Reihe, z. B. ein Beet mit Möhren, Spinat, Zwiebeln, Tomaten, Kopfsalat und Radieschen und ein weiteres Beet mit Buschbohnen, Salat und Kohlrabi, usw.. 

 

Beispiele: positive Nachbarschaften

Sellerie

-

Kohl

Tomaten

-

Kohl

Möhren

-

Lauch, Zwiebeln

Knoblauch

-

Erdbeeren

Salat

-

Kohl, Radieschen

 

So wie es "gute" Nachbarschaften im Beet gibt, so gibt es auch nicht so günstige Pflanzpartnerschaften die man beachten sollte:  

 

Beispiele: negative Nachbarschaften

Bohnen

-

Zwiebeln

Kohl

-

Zwiebeln

Rotkohl

-

Tomaten

Petersilie

-

Kopfsalat

Kartoffeln

-

Zwiebeln

 

Wichtig für die konkrete Planung einer Mischkultur ist also, dass gute Nachbarschaften zwischen den Kulturpflanzen genutzt und schlechte vermieden werden.


  

 

Die vielseitig gesammelten Erfahrungen schlagen sich in Mischkulturen-Tabellen nieder. Jeder Kleingärtner sollte diese Verträglichkeits- und Unverträglichkeitstabellen nutzen und damit seine eigenen Erfahrungen machen.  

 

 

zur Mischkulturentabelle -> hier

 

* "Die Allelopathie ist ein Teilgebiet der chemischen Ökologie. Sie befasst sich mit den Wechselwirkungen, die durch die Abgabe von selbst produzierten oder beim Zerfall freigesetzten chemischen Verbindungen (allelochemicals) zwischen Pflanzen derselben oder verschiedener Arten, Pflanzen und Mikroorganismen bzw. Pflanzen und Pilzen induziert werden, der Synthese, Verteilung, Persistenz und der Wirkung dieser Stoffe im Empfängerorganismus."  

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Allelopathie, letzter Download: 28.12.2016) 

 

 

 

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