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Wie darf die Laube und der Garten ausgestattet sein?

"Strom, Wasser und Heizung

Als Orte, die ganz bewusst nicht dem dauernden Aufenthalt dienen, bräuchten Lauben und Parzellen an sich nicht mit Anschlüssen der technischen Infrastruktur erschlossen zu sein. Aus der Geschichte der Berliner Kleingärten heraus sind Anschlüsse für Strom und Wasser hier aber vielerorts üblich. So wurden bereits 1939 Anträge auf Elektrifizierung von Kleingartenanlagen genehmigt. Deshalb sind solche Anschlüsse in Berlin auch heute erlaubt. Ortsfeste Heizungen und Öfen sind dagegen verboten.

Alternative Energien

Wo nicht städtebauliche Gründe oder die Bauordnung dagegenstehen, darf in Berlin ein Kleingärtner – mit Zustimmung des Verpächters – eine netzunabhängige Fotovoltaik-Anlage mit einer Kollektorfläche bis zu fünf Quadratmetern und solarthermische Anlagen bis zu 2,50 Meter betreiben. Windräder und -generatoren sind indes verboten.

Antennen und Satellitenschüsseln

Lauben sind keine Wohnzimmer. Deshalb darf man im Kleingarten keine ortsfesten Funk- und Fernsehantennen anbringen.

Abwasser und Toilette

Hat die Laube einen Wasseranschluss, muss das Abwasser in Behältern gesammelt werden, die vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen sind. In diesem Sammelbehälter werden die Abwässer der Toilette wie auch das Grauwasser gesammelt. Geeignet sind zertifizierte Kunststofftanks oder aus einem Guss bestehende Betonfertigbehälter mit Dichtigkeitsnachweis. Was sich im Abwasserbehälter sammelt, muss natürlich auch ordnungsgemäß entsorgt* werden – durch ein von den Berliner Wasserbetrieben beauftragtes Unternehmen.Liegen Kleingärten in einem Wasserschutzgebiet oder sind Sammelbehälter aus wirtschaftlichen oder ökologischen Gründen nicht vertretbar, kann ausnahmsweise ein Anschluss an die Kanalisation gestattet werden. Den Antrag dazu kann aber nur der Zwischenpächter stellen. Nur dort, wo neben Fäkalien kein anderes häusliches Abwasser anfällt, sind außerhalb von Wasserschutzgebieten im Kleingarten auch Trocken- oder Humustoiletten zulässig.

Keller und Vorratsraum

Lauben dürfen nicht unterkellert sein. Erlaubt ist nur ein kleiner Vorratsraum unter der Laube, der über eine Einstiegsklappe im Laubeninneren zugänglich ist. Er darf nicht mehr als zwei Quadratmeter groß und höchstens 80 Zentimeter tief sein.

Mobile Gerätebox

Außer der Laube darf es im Kleingarten keine festen Bauten geben. Separat stehende Geräteschuppen sind deshalb nicht erlaubt, wohl aber eine mobile Gerätebox. Sie darf bis zu 1,50 Meter breit, einen Meter tief und 1,30 Meter hoch sein.

Gewächshaus

Mit Zustimmung des Verpächters kann man im Kleingarten ein Gewächshaus errichten. Es darf maximal 2,20 Meter hoch sein und eine Grundfläche bis zu zwölf Quadratmetern haben. Als Abstellraum und Schuppen ist ein solches Gewächshaus aber nicht gedacht.

Ställe und Volieren

Kleintierhaltung war früher ein wichtiger Teil der Kleingartennutzung. Heute ist sie nur noch dort möglich, wo sie a) laut Unterpachtvertrag erlaubt ist und b) keine zusätzlichen Bauten wie Volieren, Hühnerhäuser oder Kaninchenställe auf der Parzelle erfordert. Einige bestehende Anlagen fallen allerdings unter den Bestandsschutz.

Zufahrten und Zuwege

Das Wegenetz der Anlage liegt in der Verantwortlichkeit des Zwischenpächters. Das Land hat für die Gestaltung dieser Wege klare Regeln festgelegt. Ziel ist es, die Versiegelung von Flächen so gering wie möglich zu halten. Die Wege in der Anlage darf man nicht mit dem Auto befahren. Kleingärtner parken – wenn sie denn mit dem Auto kommen – vor der Anlage oder auf Gemeinschaftsparkflächen am Rand. Auf den Parzellen und Wegen darf man keine Wohnwagen, Anhänger oder Boote abstellen.

Wege und befestigte Flächen

Welche Wege man im Garten anlegt, bleibt dem Nutzer überlassen. Allerdings muss man einige Grundregeln beachten. So ist die Verwendung von Ortbeton verboten. Ortbeton heißt: Beton, der vor Ort in Verschalungen gegossen wird und dort abbindet – im Gegensatz zu Betonfertigteilen. Das gilt auch für Terrassen und andere Freisitze, gleich ob sie direkt an der Laube oder von ihr entfernt liegen. Ideal sind ungebundene Beläge, damit der Boden durchlässig bleibt und Wasser versickern kann. Daneben sind auchWege aus Natur- und Kunststeinplatten erlaubt – wenn auch nur in begrenztem Umfang: Zusätzlich zu den 24 Quadratmetern Laubenfläche und einer maximal 80 Zentimeter breiten Befestigung um die Laube herum dürfen höchstens sechs Prozent der restlichen Kleingartenfläche versiegelt sein.

Hecken und Zäune

Ein Zaun um den Kleingarten darf bis zu 1,25 Meter hoch sein. Mauern, Stacheldraht und Stellwände sind tabu: Ein Kleingarten ist schließlich keine Burg. Die Gärten sollen für Besucher der Anlage einsehbar bleiben. Hecken sind eine naturnahe Alternative oder Ergänzung zum Zaun. Sie bieten Vögeln gut geschützte Brutplätze. Eine Mulchschicht unter der Hecke fördert und reguliert den Nährstoff- und Wasserhaushalt im Boden und schafft Lebensraum für Kleinstlebewesen. Wildkräutersäume längs der Hecke – etwa aus Malven, Schwarznessel oder Knoblauchhederich – verhindern ebenfalls das Austrocknen und schaffen einen zusätzlichen Lebensraum für gefährdete Arten. Auch Hecken dürfen indes nur 1,25 Meter hoch sein und nicht die Wege zuwuchern. Sie müssen deshalb regelmäßig beschnitten werden.

Nummernschild

Jeder Garten einer Anlage trägt eine eigene Nummer. Sie muss vom Weg aus deutlich erkennbar sein. Die Gestaltung dieser Nummernschilder hat sich fast schon zu einer eigenen Kunstform entwickelt und ist ein weiteres Zeugnis der Vielfalt und Individualität Berliner Kleingärten."

 

Quelle: Kleingartenbroschüre "Das bunte Grün" Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Seite 36-38/52, letzter Zugriff 11.02.2015

*weitere Hinweise: Abwasserentsorgung im Kleingärten, Herausgeber: Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz · Brückenstr. 6 ·10179 Berlin in Zusammenarbeit mit dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. Spandauer Damm 274 · 14052 Berlin, letzter Zugriff, 11.02.2015

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