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Geschichte des Berliner Kleingartenwesens

Die Anfänge des Kleingartenwesens liegen im 19. Jahrhundert und stehen im Zusammenhang mit der Industrialisierung und den schnell wachsenden Handels- und Industriestädten. Durch die Kleingärten sollten die Selbstversorgung und der Gesundheitszustand der unteren Bevölkerungsschichten verbessert werden. Erst mit der Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung vom 31. Juli 1919 wurde ein gesetzlicher Schutz für nicht gewerbsmäßig genutzte Grundstücke wie Schrebergärten, Arbeitergärten etc. geschaffen.
 

Daten und Fakten

Die Berliner Kleingärten nehmen eine Fläche von rund 3.000 ha und somit rund 3 % der gesamten Stadtfläche ein. Davon sind ca. drei Viertel im Eigentum des Landes Berlin. Für Kleingärten gelten die Vorschriften des Bundeskleingarten-gesetzes (BKleingG) vom 28. Februar 1983 (BGBl. I S. 210) zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom 19.9.2006 (BGBl. I S. 2146). Da die Verwaltung der landeseigenen Kleingartenanlagen durch die Bezirksämter erfolgt, hat der Senat Verwaltungsvorschriften erlassen, die einheitliche Regelungen für die Kleingärtner auf landeseigenen Flächen gewährleisten. Für die Nutzung eines Kleingartens ist der Pachtzins je m² gepachtete Fläche zuzüglich anteiliger Rahmen- und Gemeinschaftsfläche zu entrichten. Die Höhe des Pachtzinses, des Erstattungsbetrages für öffentlich-rechtliche Lasten und des Wohnlaubenentgeltes wird zwischen den Bezirksämtern oder Privateigentümern und den Bezirksverbänden der Kleingärtner auf der Grundlage des Bundeskleingartengesetzes privatrechtlich vereinbart.
 
Berliner Kleingartenbestand (Stand April 2013)
Verwaltungsbezirk Kleingärten
insgesamt
davon Kleingärten
mit Bebauungsplan
  Anlagen Parzellen ha Anlagen Parzellen ha
Mitte 31 2.031 65,2 15 939 31,3
Friedrichshain- Kreuzberg 2 122 4,1 1 47 1,2
Pankow 92 10.508 499,6 0 0 0
Charlottenburg- Wilmersdorf 114 8.653 300,5 5 382 10,6
Spandau 77 4.373 185,3 21 1.113 42,4
Steglitz-Zehlendorf 78 5.545 198,1 27 3.152 112,5
Tempelhof- Schöneberg 93 7.072 239,1 24 1.579 61,5
Neukölln 91 9.442 391,4 6 352 14,4
Treptow-Köpenick 159 9.245 407,4 3 148 6,4
Marzahn-Hellersdorf 41 3.324 171,9 2 848 44,1
Lichtenberg 58 6.271 286,8 4 136 6,5
Reinickendorf 89 6.848 269,1 26 1.997 83,2
Berlin insgesamt 925 73.426 3.018,3 134 10.693 414,1
 

Kleingartenentwicklungsplan

Die 73.400 Berliner Kleingärten sind wesentlicherBestandteildesStadtgrüns. Keine vergleichbare Metropole verfügt über eine solch große Zahl an privat nutzbaren Gärten im unmittelbaren Einzugsbereich der Innenstadt. Sie bilden eine historisch gewachsene, kulturelle, ökologische und soziale Ressource. Es ist erklärtes Ziel des Abgeordnetenhauses und des Senats von Berlin, Kleingärten dauerhaft im Stadtgebiet zu sichern. Der Berliner Senat hat daher im Jahr 2004 einenKleingartenentwicklungsplan beschlossen. Mit Senatsbeschluss vom 12. Januar 2010 wurdederKleingartenentwicklungsplan fortgeschrieben. Am 7. Januar 2014 hat der Senat für 11Kleingartenanlagen, die eine Schutzfrist bis zum Jahr 2014 hatten, eine nochmalige Verlängerung bis zum Jahr 2020 beschlossen. Zusätzlichzudenrd. 2.500 ha (83 %) dauerhaftzuerhaltendenKleingartenflächen besteht nun für 257 ha (8 %) eine Schutzfrist bis zum Jahr 2020.

Kleingartenentwicklungsplan Berlin, Fortschreibung 2014

Anhang: Kleingartenanlagen, für die die Schutzfrist 2020 endet
 

Kleingartenentwicklungsplan Berlin, Stand 2004

Download Textteil Stand 2004

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 

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