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Wieviel Obst und Gemüse soll angebaut werden?

Eine deutliche Aussage zum Begriff "Kleingärtnerische Nutzung" und Anbau von Gartenerzeugnissen machte der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung:

 

BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES

URTEIL III ZR 281/03 vom 17.06.2004

 

"a) Eine Kleingartenanlage setzt nicht voraus, dass wenigstens die Hälfte ihrer Fläche zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf (insbesondere Obst und Gemüse) genutzt wird. 

b) Es genügt, wenn diese Nutzung den Charakter der Anlage maßgeblich mitprägt. 

c) Dies ist in der Regel anzunehmen, wenn wenigstens ein Drittel der Fläche zum Anbau von Gartenerzeugnissen für den Eigenbedarf genutzt wird. Besonderheiten, wie eine atypische Größe der Parzellen, topographische Eigentümlichkeiten oder eine Bodenqualität, die den Anbau von Nutzpflanzen teilweise nicht zulässt, können eine vom Regelfall abweichende Beurteilung rechtfertigen. "

 

 

Zur Erfüllung dieser Anforderungen verlangt der Landesverband der Gartenfreunde Berlin in seinem Merkblatt 11 von seinen Kleingärtnern:

 

„Im Rahmen der kleingärtnerischen Nutzung ist die angepachtete Gartenfläche sowohl für den Obst- und Gemüseanbau als auch für die sonstige gärtnerische Nutzung in all ihrer Vielfalt und zur Erholung zu nutzen.

Kriterien der nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung als Teil kleingärtnerischer Nutzung im Sinne von § 1 des Unterpachtvertrages sind Beetflächen, Obstbäume/Beerensträucher sowie Flächen, die ausschließlich der Unterstützung dieser Bereiche dienen. Dabei muss der Obst- und Gemüseanbau als Abgrenzung zu anderen Gartenformen dem Kleingarten das Gepräge geben und mindestens ein Drittel der Gartenfläche betragen.

In diesem Sinne gehören

  • zu den Beetflächen: Ein- und mehrjährige Gemüsepflanzen und Feldfrüchte, Kräuter und Erdbeeren, Sommerblumen,
  • zu den Obstbäumen/Beerensträuchern: Obstbäume, Beerensträucher, Rankgewächse sowie Nutzpflanzen für die Tierwelt,
  • zu den kleingärtnerischen Sonderflächen: Gewächshäuser, Frühbeete, Kompostanlagen.

Beetflächen, die mindestens 10 % der Gartenfläche einnehmen müssen, sind flächenmäßig überwiegend als Gemüsebeete zu gestalten. Sie können teilweise oder ganz in Form von Hochbeeten angelegt sein und dies insbesondere in Abhängigkeit von der Bodenqualität (Schadstoffbelastungen)"

 

Daraus folgt, dass 5% der gesamten Gartenfläche eines Kleingartens als Anbaufläche für Gemüse genutzt werden soll.

Die Vorstände der Kleingartenvereine und Gartenbegeher sind vom Landesverband und den Bezirksverbänden der Gartenfreunde her angehalten, diese Gartenbegehungen und deren Ergebnisse regelmäßig zu protokollieren und Verstöße gegen die "kleingärtnerische Nutzung" zu melden, wenn sie nicht im Rahmen einer angemessenen Frist durch den Pächter beseitigt werden.

Kompetente Hilfe in allen Fragen rund um den Anbau erhalten Kleingärtner von den Gartenfachberaterinnen und –beratern der Berliner Kleingartenverbände. Sie zeigen, wie man es richtig macht, und bieten in allen Bezirken praxisnahe pflanzenschutzliche Gartenbegehungen oder Anleitungen zum Grünschnitt an Obst und Ziergehölzen an. Die aktuellen Termine findet man auf der Website www.gartenfreunde-berlin.de unter »Veranstaltungen«."

 

GartentippGartentipp

 

Ausführlichere Informationen zum Thema finden Sie in unserem Artikel "Praxis der kleingärtnerischen Nutzung - Wie viel Obst und Gemüse muss angebaut werden? und in der dazugehörigen Grafik

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