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KRÄUSELKRANKHEIT an Pfirsichen, Aprikosen und Nektarinen


Die Kräuselkrankheit, die Pfirsich, Aprikosen, Nektarinen und auch Mandelbäume befallen kann, wird durch den Pilz Taphrina deformans verursacht.

 

Bild Kräuselkrankheit am Pfirsich Pflanzenschutzamt BerlinBild Kräuselkrankheit am Pfirsich Pflanzenschutzamt BerlinSchadbild:

Bereits im Frühjahr beim Austrieb sind die austreibenden Blätter durch Kräuselungen verändert und blasig aufgetrieben. Der Neuaustrieb trägt oft verkrüppelte Blattbüschel. Die Blätter können zum Teil auch stark verdickt oder vergrößert sein. Die Ausstülpungen sind gelbgrün-, gelblich bis rötlich verfärbt. Auf der Blattoberseite ist ab Ende Mai ein samtartiger, heller Belag zu erkennen. Die erkrankten Blätter vertrocknen und werden schließlich abgeworfen. Im Juni erfolgt ein meist gesunder Neuaustrieb. Bei starkem Befall kann es zur Spitzendürre kommen, in deren Verlauf ganze Äste absterben. Es kommt gelegentlich auch zum Fruchtbefall bei dem die Früchte grünliche oder rote runzelige Auftreibungen aufweisen. Viele Früchte fallen, genauso wie die Blätter, bereits schon vorzeitig ab.

Bei sehr starkem, oder mehrjährigen Befall wird der Baum derart geschwächt, dass es zu einer Ertragsminderung kommt. Der Pilz überwintert als Pilzgeflächt (Myzel) auf Zweigen oder Knospenschuppen. Bereits beim Knospenschwellen findet die Infektion statt, dieses geschieht schon ab Januar. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei feucht-warmer Witterung ab ca. 12- 13 °C. Dann zerfällt das Myzel in kleine Zellen die durch Niederschläge in die sich öffnenden Knospen gespült werden, um dort die jungen Blätter zu infizieren. Eine Infektion älterer Blätter findet nicht statt. Bei höheren Temperaturen über 16 °C ist der Pilz nicht mehr infektiös.

Einige Symptome können auch dem Schadbild durch Insektenbefall ähneln. Gerade im Sommer fällt es dem ungeübten Betrachter schwer, ohne die vorgenannten Anfangskennzeichen eine Pilzkrankheit zu diagnostizieren. Eine Untersuchung der Blattunterseiten auf saugende Insekten, wie z.B. Blattläuse, kann für mehr Klarheit sorgen. Wer sich dennoch nicht sicher ist, kann auch seinen Gartenfachberater hinzu ziehen.

Vorbeugende Maßnahmen: Bereits beim Kauf sollten widerstandsfähige Sorten gewählt werden. Wichtig ist auch der richtige Standort. Die Bäume sollten einen sonnigen und luftigen Platz im Garten bekommen. Die Blätter sollten nach einem Regenschauer schnell wieder trocknen, daher sollte auch die Baumkrone nicht zu dicht sein.

Es können Pflanzenstärkungsmittel oder auch Brühe aus Schachtelhalm verwendet werden um die Widerstandsfähigkeit der Bäume zu erhöhen. Gespritzt wird mehrmals vor dem Austrieb zur Zeit des Knospenschwellens. Auch eine sachgerechte Düngung z.B. mit organischem Langzeitdünger kann die Abwehrkräfte stärken, auch empfohlen wird eine gute Kompostgabe im Herbst.

Maßnahmen nach Infektion: Fruchtmumien und befallene Blätter entfernen so wie geschädigte Triebspitzen zurück schneiden. Wie auch bei den vorbeugenden Maßnahmen, kann mit Pflanzenstärkungsmitteln oder einer Spritzbrühe aus Schachtelhalm entsprechend behandelt werden. Als begleitende Maßnahme den Baum an kalten Tagen vor Nässe schützen.

Das zur Zeit einzigste für den nicht gewerblichen Anwender zugelassene Pflanzenschutzmittel (Fungizid) gegen Pilzerkrankungen im Haus und Kleingarten ist Duaxo-Universal-Pilzspritzmittel. Dieses Spritzmittel wirkt allerdings erst ab einer Tagestemperatur von min. 12 °C.
 
Siehe hierzu auch den Berliner Gartenbrief vom Pflanzenschutzamt Berlin Nr.1 / 14.01.2015 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pflanzenschutz/tipps/download/2015/Gartenbrief_Nr_1.pdf

ehf

(Foto: Pflanzenschutzamt Berlin)

 

weitere Hintergrundinformationen:

http://www.hortipendium.de/Kräuselkrankheit

 

 

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